Frankreich
Mahagoni
um 1800
Maße: H x B x T: 79 x 98 x 60 cm, höhenverstellbar von 79-118 cm
Beschreibung:
Auf nach unten spitz zulaufenden Vierkantbeinen mit Messingrollen stehender Architekten- oder Zeichentisch. Sogenannter "Table à la Tronchin".
Im zusammengeklappten Zustand sehen wir einen Schreibtisch mit lederbezogener Platte und einer breiten Schublade in der Zarge. Die Schublade verfügt über eine Facheinteilung zur Aufbewahrung von Zeichenblättern, Schreibfedern und anderen Arbeitsutensilien.
An den Seiten befindet sich je ein mit Leder bezogener Tableauauszug, der zum Abstellen von Schreibutensilien und / oder Kerzen gedient haben dürfte.
Mittels eines ausgeklügelten Systemes lässt sich die Platte sowohl hinten aufstellen, als auch vorne hochfahren. Besonders interessant sind die zwei Stützen, die zuvor in den vorderen beiden Beinen versenkt waren und die erst beim Hochziehen zum Vorschein kommen. Über zwei Zahnleisten aus Messing lässt sich die Arbeitsfläche in der Höhe arretieren.
So eignet sich der Tisch zum Arbeiten im Sitzen und im Stehen.
Eine weitere Verstellmöglichkeit - und das unterscheidet diesen Tisch von den meisten Vergleichsobjekten - zeigt sich bei dem lederbezogenen Arbeitsbereich auf der Hauptplatte. Durch zwei Riegel blockiert und von Metallfedern auf Spannung gehalten, schnellt dieser Plattenteil auf Knopfdruck hoch und lässt sich über eine weitere Zahnleiste in der Neigung verstellen.
Die strenge und klassische Gestalt passt gut zum technischen Gesamteindruck des Möbelstückes.
Wissenswertes:
Im 18. Jahrhundert kam es zu einer Begeisterung für Möbel, die Mechaniken und Zahnstangen verbargen und die die Innovation im Tischlerhandwerk zeigten, so wie der hier angebotene Schreibtisch, der "Table à la Tronchin“.
Als Erfinder dieses Tisches gilt der Pariser Ebenist Louis Dufour (Meister 1764), der bis zum Beginn der Revolution seine Werkstatt in der Rue Saint-Hyacinthe betrieb. Er spezialisierte sich auf mechanische Möbel und stellte unter anderem Sessel für Krankenhäuser her, Stühle, die in ein Bett umgewandelt werden konnten und klappbare Bibliotheksleitern.
Am 1. Oktober 1777 schaltete Dufour im Le Mercure de France folgende Anzeige: "Dufour, Meister der Tischlerei und Mechanik, hat einen Tisch erfunden, der sich durch Drehen einer einfachen Kurbel heben und senken lässt. Der gesamte Mechanismus ist in den Beinen des Tisches versteckt, so dass auch Platz für eine Schublade ist. Dieser Tisch ist sehr bequem für Asthmatiker, die fast nur im Stehen schreiben können“.
Dennoch wurde der Möbeltypus nicht nach seinem Erfinder benannt, sondern nach dem aus Genf stammenden Arzt Théodore Tronchin (1709-1781), der zu dieser Zeit über Knochenerkrankungen forschte, die häufig die Folge einer schlechten Haltung von Architekten an ihren Arbeitstischen waren. Er empfahl seinen Patienten einen Tisch, bei dem die Tischplatte geneigt und in der Höhe verstellt wird - je nachdem, ob man stehend oder sitzend arbeiten möchte.
Zustand:
Restaurierter und mit Schellack polierter Zustand. Sämtliche Mechaniken funktionieren einwandfrei.
Preis: 6500,-€
Vergleichen Sie hierzu bitte die folgende Fachliteratur:
Solange de Plas – Les meubles à Transformation et à Secret S. 67
Artikel gefunden unter: Tische
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